Kommentar zur Sitzung des Lärmschutzbeirates am 22.4.2015

Am 22.04.2015 tagte nach über einem Jahr mal wieder der Lärmschutzbeirat (LSB) im Rathaus der Stadt Sankt Augustin. Die Sitzung war öffentlich und eine ganze Reihe von interessierten Bürgern und die Presse (siehe auch Presseschau 2015) waren gekommen.

Der Lärmschutzbeirat soll die für die Luftaufsicht zuständige Behörde (Reg.Präsidium in Düsseldorf) in Fragen zum Lärmschutz und zur Luftverunreinigung am Flugplatz Bonn/Hangelar beraten. Dazu muss er sich natürlich mit allen Problemen in diesem Zusammenhang auseinandersetzen. Genau um das Wie und Wieweit in dieser Frage ging es in diversen Anträgen, die von den Vertretern der Bürgerinitiativen (über die Bundesvereinigung Fluglärm) eingebracht wurden.

Im ersten  behandelten Antrag ging es um die Möglichkeit, dass die Mitglieder im LSB vor den Sitzungen über aufgelaufene Beschwerden, Anregungen, Eingaben und Vorschläge informiert werden. Nach längerer Diskussion einigte man sich darauf, dass der LSB eine offizielle Adresse erhalten soll, die praktischer Weise mit der Schriftführung des LSB im Sekretariat eines der derzeitigen  Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft (FPG) angesiedelt werden soll. Dies ist sicherlich eine gute Lösung.

Ein zweiter Antrag forderte die Einrichtung einer eigenen Website des LSB, um die Kommunikation der Bürger mit dem LSB zu verbessern und zu vereinfachen und die Transparenz zu erhöhen. Auch dieser Antrag wurde schließlich in etwas modifizierter Form verabschiedet.

Ein dritter Antrag, in dem es um die Einladung eines Experten der Bundespolizei zum Thema “Mögliche Lärmbelastung aus einer Ausweitung der Aufgaben und Strukturen der Bundespolizei am Standort Hangelar” ging, musste nicht mehr formal gestellt werden, da der Vorsitzende des LSB, Herr Weber, zusagte, diesen Experten zur nächsten Sitzung einzuladen.

Aus Sicht der Lärmschutzinitiativen sind dies alles begrüßenswerte Schritte, den LSB endlich mit den Informationen auszustatten, die für eine gründliche und ganzheitliche Beratung des Themas Lärmschutz notwendig sind. Die betroffenen Bürger haben jetzt auch eine klare Anlaufstelle, die die Beschwerden bündeln und besprechen kann.   

Ein weiterer Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des LSB war die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Der langjährige Vorsitzende Herr Weber wurde letztendlich durch Losentscheidung wiedergewählt. Der Wunsch aus den Reihen der Lärmschutzinitiativen den Vorsitz ähnlich wie den Vorsitz der Flugplatzgesellschaft alternierend zwischen den beiden großen Eignern Bonn und Rhein-Sieg-Kreis zu vergeben, fand  keine Berücksichtigung.

Dann wurde noch über die Erledigung einer Anfrage aus dem Vorjahr gesprochen. Der LSB hatte die FPG gebeten detailliertere Daten zur Anzahl und Art der Flüge am Flugplatz vorzulegen. Lakonisch wurde mitgeteilt, dass man dem Wunsch nicht nachkommen werde. Die FPG ist seit Jahren mit der Weitergabe von Daten an dei Öffentlichkeit sehr sparsam, als Argument wird hier gerne der Datenschutz vorgeschoben, dabei geht es den Fragestellern  vor allem um summarische und damit anonymisierte Darstellungen. Diese Daten sind u.E. vorhanden, schließlich wird auf ihrer Basis mit den Fliegern abgerechnet. Aber man  will nicht und verweist auf den hohen Aufwand. Leider hat der Aufsichtsrat der FPG diese Praxis wieder unterstützt. Dies ist sehr ärgerlich: Ein Unternehmen, das mehrheitlich in öffentlicher Hand ist und von sich selbst behauptet den Lärmschutz ernst zu nehmen, sollte doch etwas mehr Transparenz hinbekommen. Eine Aufgliederung der Flugdaten mindestens auf Monate oder noch besser auf Wochentage/Wochenende sollte doch wohl machbar sein, ohne dass man gleich einen neuen Mitarbeiter einstellen muss.

Der letzte wichtige Tagesordnungspunkt war eine abschließende Diskussion über die Messungen in der Platzrunde mit dem Laserfernglas. Die Messungen hatten dazu geführt, dass einige Flieger den Flugplatz gemieden haben, weil  sie ein “Knöllchen” befürchten mussten. Nun ja, alternativ hätte man sich ja auch dazu entscheiden können, ordnungsgemäß zu fliegen. Letztendlich wollte man diese Messungen in der FPG aber wohl nicht mehr. Die Probleme mit der Messgenauigkeit hätten wohl behoben werden können, nachdem man ihre Ursache gefunden hatte.  Aber wenn die schwarzen Schafe nicht mehr kommen wollen …  Folge: Nettokosten von rund 20.000 € für die FPG. Unser Mitleid mit der FPG hält sich in Grenzen.

Unter Verschiedenes  berichtete Herr Wittkamp darüber, dass die Fliegergemeinschaft eine neue Version der Platzrundengrafik veröffentlicht hat. Eine sehr begrüßenswerte Initiative, da damit klar wird, dass auch die Flieger nicht mit einer Lösung  ganz ohne Platzrunde leben können und wollen. Trotzdem wäre es u.a. natürlich sinnvoll die Nichteinhaltung der Platzrunde auch zu ahnden. Aber dazu braucht es den Willen der Flugaufsicht und der FPG.