Kommentar zu den Artikeln von Ralf Johnen (18.2.2013 im Rhein-Sieg-Anzeiger) und Andreas Dyck (22.2.2013 im Generalanzeiger)

Kommentar zu den Artikeln von Ralf Johnen (18.2.2013 im Rhein-Sieg-Anzeiger) und Andreas Dyck (22.2.2013 im Generalanzeiger) –> Presse 2013

Die Durchführung von Fun-Flügen in großer Dimension, wie sie in den Artikeln geschildert wird, ist genau das, was wir an der Entwicklung am Hangelarer Flugplatz seit langem bekämpfen und kritisieren.
Keiner von uns hat ernsthaft etwas gegen Hubschrauber- und Gyrocopterflüge, die “not”wendig sind, z.B. bei einem Polizeieinsatz oder Krankentransport. Auch sollen Freizeitpiloten gelegentlich mal jemanden auf einen Rundflug mitnehmen, um die für die Aufrechterhaltung des Pilotenscheins nötigen Flugstunden zu fliegen. Die Einsicht in das “Not”wendige und das Ertragen von Lärm hört aber da auf, wo Lärm vermeidbar ist. Und dieser Rundflugtourismus mit Erlebnischarakter muss nicht sein. Wenn er ohne Lärm und sonstige Umweltschäden zu organiseren wäre – bitte schön. Aber so: nein. Die Freiheit, zu tun und zu lassen was man will, hört spätestens da auf, wo man die Gesundheit anderer Menschen beeinträchtigt.

Was die Äußerungen von Herrn Unterberg angeht:
Es ist ja ganz verständlich, dass Herr Unterberg als Flugplatzleiter seinen Arbeitsplatz und sein Hobby verteidigt, wenn er für die Interessen der Flieger eintritt. Was erwartet man denn von ihm? Aber die Geschäftsführung des Flugplatzes und der Aufsichtsrat und vor allem die Gesellschafter (Kommunen und Landkreis, weniger die Flieger) sind in erster Linie dem Allgemeinwohl verpflichtet und müssen zwischen Kommerz und Umweltschutz abwägen. Hier ist mehr Deutlichkeit gegenüber den Nutzern des Flugplatzes angebracht,  um klarzustellen, was gewünscht ist und was nicht.

Was leider in der Diskussion untergeht:
Mit der neuen Gebührenordnung, die ab März 2013 gelten soll,  ist wieder eine  Chance vertan worden, über die Gebührenordnung unerwünschten Start und Landeverkehr zu bekämpfen. Wir hatten schon öfter in Gesprächen vorgeschlagen, dass man die Gebühren nach der Anzahl der Starts und Landungen pro Tag und pro Maschine staffelt: Z.B. die erste Landung einer Maschine pro Tag: einfacher Satz, die zweite Landung der selben Maschine: zweifacher Satz, die dritte Landung: vierfacher Satz, ab der der vierten Landung: achtfacher Satz.  Das würde  gut gegen übermäßige Lustflüge und Schulungsflüge helfen. Auch wenn solch ein Gebührenmodell ein Präzedenzfall in Deutschland wäre und ungewöhnlich ist, es wäre es wert , es mit der Bezirksregierung intensiv zu diskutieren.
Daher nochmal klar die Aufforderung an die Politik und die Flugplatzgesellschaft:

  • Sorgen Sie dafür, dass die systematische Ausweitung von un”nötig”en Flügen vom Flugplatz Hangelar endlich eingestellt wird!

 

  • Setzen Sie sich dafür ein, dass über die Gebührenordnung starke Anreize zur Lärmvermeidung geschaffen werden, die den Vielstartern und Platzrundenfliegern wirklich weh tun.